BUND-Flohmarktfest

Liebe Reichenauerinnen und Reichenauer,

aus Kapazitätsgründen sieht sich unsere Ortsgruppe nicht mehr in der Lage, den Flohmarkt durchzuführen.

Der BUND- Reichenau hat den Flohmarkt seit 2000 13 Mal veranstaltet, mit einer ständig wachsenden Zahl von Standbe- treibern, super Bewirtung, schöner Musik und vielen Besuchern. Meistens war uns auch das Wetter gnädig gestimmt, so dass die Veranstaltung zu einem richtigen „Flohmarktfest“ wurde.

Danken möchten wir den vielen fleißigen Ordnern, ohne die der Flohmarkt nicht hätte stattfinden können, dem Bauhof für seinen tatkräftigen, zuverlässigen Einsatz und natürlich den Anwohnern für ihre Geduld.

Das Organisationsteam des BUND – Reichenau

Seeputzete am Fährenhorn

Um 10 Uhr fiel am letzten Samstag der Startschuss. In Kooperation mit der 4. Klasse der Walafried-Strabo-Schule rief der BUND Reichenau am letzten Samstag (28.2.) zu einer Seeputzete am Fährenhorn auf.

18 Helfer (Schüler, Reichenauer Familien und BUND-Mitglieder) streiften sich die Handschuhe über,
nahmen einen Malereimer und zogen los um diesen mit allerlei Müll zu füllen.
Ein erster Augenschein ließ vermuten, dass diese Aktion nicht lange dauern würde, aber je genauer man hinsah, desto mehr wurde gefunden.
So waren auch ein Klappstuhl, ein Farbeimer (noch mit Dispersionsfarbe zum Teil gefüllt) und diverse Bootsinneneinrichtungsteile unter den Funden.
Aber erschreckend war vor allem die Anzahl Flaschen und die Menge an Glasbruch die überall verstreut herumlagen. Einhellig herrschte bei den HelferInnen das Unverständ- nis wie gedankenlos manche Menschen mit der Natur und den Mitmenschen umgehen und wieviel Einsatz sie für das entsorgen illegalen Mülls aufwenden.
Nach 2 Stunden intensiven Sammelns belohnte die Helfer dann die Sonne und bei ei- nem gemütlichen Grillen wurde der Einsatz beendet.
Schlussendlich entstand ein Müllberg von 10 großen blauen Säcken (geschätzt: 100 kg an Gewicht) die zusammengetragen wurden und der Bauhof wird daher ein ‚blaues Wunder‘ beim Abholen erleben. 

Artikel Südkurier 26.02.2015

   

Problemfall Schilfbrände: Gemeinde will vorbeugen und hofft auf Hilfe der Bürger

 

Gegen die gehäuften, von Unbekannten gelegten Schilfbrände Anfang des Frühjahrs will die Gemeinde Reichenau nun gemeinsam mit dem Landratsamt Konstanz vorgehen.


Archivbild Schilfbrand auf der Reichenau 2013.

Im März schlafen die Reichenauer Feuerwehrleute vor allem ruhig, wenn es nachts regnet. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass irgendwo bei der Insel Schilf brennt. Gegen die gehäuften, von Unbekannten gelegten Schilfbrände Anfang des Frühjahrs will die Gemeinde nun gemeinsam mit dem Landratsamt (LRA) vorgehen – indem sie die vermutliche Hauptursache für die Zündeleien angeht. Es sollen mehr Schilfflächen gepflegt und gemäht werden.
Bürgermeister Wolfgang Zoll und Thomas Buser, Leiter des Amts für Baurecht und Umwelt im LRA, fordern deshalb die Bürger auf, Stellen zu melden, wo sie aufgrund des Schilfzustands Handlungsbedarf sehen. Darauf basierend soll es Ortsbegehungen geben, um zu schauen, ob und was gemacht werden kann. Wobei beide betonen, dass die Entwicklung und Umsetzung dieses erweiterten Pflegekonzepts Zeit benötigen werde. Davon profitieren sollen sowohl die Umwelt wie das Ortsbild und die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei. Bei einem Info- und Diskussionsabend wurde dies erläutert.


Das sagt der Bürgermeister: 

„ Es gibt die Übereinstimmung, dass etwas gemacht werden muss und Mähen ist besser als Brennen“, so Zoll. Letzteres sei ohnehin ein Vergehen oder sogar ein Straftatbestand. Zoll meint, durch die verstärkten Pflegebemühungen im Rahmen des Uferkonzepts seien die Schilfbrände 2014 weniger geworden. Die Gemeinde werde Anregungen von Bürgern sammeln. „Es wäre wichtig, dass erste Ortstermine möglichst bald sind.“

Das sagt die Polizei: 

Bei einem Schilfbrand kommen verschiedene Tatbestände in Betracht, so Manfred Banholzer. Er ist der Allensbacher Polizeipostenleiter und auch für die Reichenau zuständig. Das reiche von der Sachbeschädigung bis hin zur Brandstiftung als Tatbestand, wenn Gebäude oder gar Menschen gefährdet seien, was in den vergangenen Jahren teilweise der Fall gewesen sei. „Das heißt: Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr“, so Banholzer. Die Polizei müsse bei Brandalarm schnell am Einsatzort sein, was die Unfallgefahr steigere.

Das sagt die Feuerwehr: 

Der Reichenauer Kommandant Andreas Schlegel erklärt, seine Leute seien noch mehr unfallgefährdet, weil sie in Privatautos zum Feuerwehrhaus fahren müssen. Zudem gebe es beim Löscheinsatz Gefahren. Seine Kräfte könnten dadurch finanziell, beruflich oder sogar lebenslang durch Unfälle beeinträchtigt werden. „So was muss wegen eines Schilfbrands nicht sein“, so Schlegel.

Das sagen die Naturschützer:

Das Schilfröhricht im Uferbereich sei ein natürlicher, vielfältiger Lebensbereich für Fische sowie ein optischer Schutz vor Störungen für Vögel, so Birgit Geschke von der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes. Das Schilf wachse in nährstoffreichem Wasser stärker, was vor allem früher ein Thema war. Doch aus heutiger Sicht hole man beim Mähen die Nährstoffe aus dem Schilf und nicht beim Abbrennen. Illegale Ablagerungen von Grünschnitt oder Kompost im Uferbereich würden das Problem der Überwucherung verstärken. Zudem seien heute die technischen Möglichkeiten fürs Mähen besser als früher, so Geschke und Buser. Letzterer erklärt, das LRA sei bereit zu mehr Förderung und Pflege, erwarte aber im Gegenzug, dass dadurch die Schilfbrände aufhören. „Es geht um ein Geben und Nehmen.“ Wobei sicher nicht alles machbar sein werde, so Buser. Tilo Herbster, der Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands des Landkreises fügt an: „Es kann nicht sein, dass die ganze Insel zum super gepflegten Park wird.“

Das sagen die Fischer: 

„Man sollte sich Abschnitt für Abschnitt vornehmen“, so Stefan Riebel, der Vorsitzende des Reichenauer Fischereivereins. Er beteuerte, dass die Fischer, die vor allem früher häufig unter Verdacht standen, keinen Nutzen aus Schilfbränden hätten. Riebel erklärte zudem, die Fischer seien zur aktiven Mithilfe bei verstärkten Pflegemaßahmen bereit.

Das sagen die Bürger: 

Die Gemeinde und das LRA sind offenbar auf dem richtigen Weg. Dies legen Äußerungen nahe, die beim Infoabend im Haus der Begegnung zu hören waren. Gekommen waren gut 30 Besucher, darunter etliche aus den Bereichen Naturschutz, Feuerwehr und Fischerei. Demnach sind viele Bürger verärgert, dass in den vergangenen Jahren nur einige wenige Schilfflächen regelmäßig gepflegt wurden. „Der Rest ist verwahrlost“, sagte ein Besucher. Die Probleme werden vor allem am Fährenhorn, im Zellele in Oberzell, entlang der Seestraße sowie im Gießen zwischen Strandbad und Niederzell gesehen – dort, wo es in den vergangenen Jahren am häufigsten brannte.

 

Häufung im März

In den vergangenen Jahren gab es vor allem im März rund um die Insel Reichenau immer wieder Schilfbrände, wenn es einige Zeit trocken war. In den meisten Fällen vermuten die Verantwortlichen in der Gemeinde, bei Polizei und Feuerwehr dabei Brandstiftung – vorsätzlich oder fahrlässig. 2014 gab es zu Beginn des Frühjahrs fünf Schilfbrände, 2013 waren es drei, 2012 vier, 2011 acht, 2010 zwar nur zwei, dafür aber 2009 sogar elf. Dies ergebe im Schnitt eine „stattliche Zahl“, so die Polizei. (toz)

 

 

Artikel Südkurier 23.02.2015

 

Ein Baum zur Erinnerung

 

Es ist ein Zeichen des Gedenkens: Auf der Reichenau haben viele Menschen für Erwin Strang einen Baum gepflanzt.


BUND-Mitglieder, Familie und Freunde am neu gepflanzten Baum. Die Stieleiche haben sie bei der Grundschule Waldsiedlung zum Gedenken des verstorbenen Erwin Strang gepflanzt.


Zu einer Baumpflanzung zum Gedenken an Erwin Strang haben sich Mitglieder der BUND-Ortsgruppe Reichenau, Familie und Freunde neben der Grundschule Waldsiedlung getroffen. Das langjährige und aktive Mitglied des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) war im vergangenen Jahr gestorben.BUND-Vorstandsmitglied Heinz Meel unterstrich in einer kurzen Feierrede die herausragende Bedeutung Erwin Strangs in seiner Funktion als Mitbegründer und Mitglied über 30 Jahre hinweg. „Die BUND-Ortsgruppe Reichenau würde es ohne Erwin in dieser Form nicht geben“, wird Meel in einer Pressemitteilung zur Pflanzaktion zitiert. Über Jahrzehnte hinweg habe Strang die Arbeit des BUND aktiv begleitet – sei es beim Erhalt von Göldern, bei der Riedpflege oder beim Bau des Radwegs entlang der Bahnlinie.

In seiner Ansprache führte Heinz Meel weiter aus: „Auch hat er die Arbeit des BUND - aber auch das Geschehen in der Waldsiedlung - über viele Jahre dokumentiert und ein riesiges Archiv an Bildern und Texten geschaffen.“ Der Symbolcharakter der Baumpflanzung sei natürlich sehr stark: hier wirke zuerst einmal der Ort der Pflanzung. „Wir stehen hier wenige Meter von seinem geliebten Haus und unmittelbar neben der Grundschule der Waldsiedlung. Hier hat er sich seit Anfang der achtziger Jahre um die Fledermäuse im Dach der Grundschule gekümmert und seit 1992 regelmäßige Erhebungen über die Bestandszahlen gemacht“, sagte Meel laut Mitteilung.

Die weitere starke Symbolik liege in der Wahl des Baumes: es ist eine Stieleiche, botanisch Quercus rubor. Sie sei in Mitteleuropa weit verbreitet. Ihr Höchstalter liege bei 500 bis 1000 Jahren. Erst im Alter von 60 Jahren bilde sie keimfähige Eicheln. „Somit wurde für Erwin mit einem wirklich würdigen Baum für viele hundert Jahre ein Denkmal gesetzt und es ist zu hoffen, dass die Naturschützer der kommenden Generationen diesen Baum bewahren können“, erklärte das BUND-Vorstandsmitglied der Pressenotiz zufolge weiter.

Artikel Südkurier 06.06.2009

Unentbehrliche „grüne Spinner“

 

Einst wurden sie als „grüne Spinner“ von manchen auf der Reichenau angefeindet. Mittlerweile ist die vor 25 Jahren gegründete BUND-Ortsgruppe nicht mehr wegzudenken aus der Gemeinde. Die regelmäßige Riedpflege am Nordufer der Insel, der Radwegbau beim Bahnhof oder die Photovoltaikanlage auf dem Dach der evangelischen Kirche sind wichtige Beiträge für den Naturschutz und das Gemeinwohl.

 

Die Riedpflege wie hier im Ried Gießen in Niederzell ist seit vielen Jahren für die BUND-Ortsgruppe Reichenau einer der Schwerpunkte – im Bild die Vorstandsmitglieder (von links) Erwin Betker, Marianne Janas und Heinz Meel.Die Riedpflege wie hier im Ried Gießen in Niederzell ist seit vielen Jahren für die BUND-Ortsgruppe Reichenau einer der Schwerpunkte – im Bild die Vorstandsmitglieder (von links) Erwin Betker, Marianne Janas und Heinz Meel. Bild: zoch

Reichenau – Das 25. Jubiläum feiert die BUND-Ortsgruppe nicht mit einem großen Fest, sondern einem besonderen Vortrag. Der Landesgeschäftsführer Berthold Frieß berichtet am Mittwoch, 10. Juni, ab 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus über die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“, die der BUND gemeinsam mit „Brot für die Welt“ und dem Evangelischen Entwicklungsdienst herausgegeben hat. Die Ortsgruppe stellt dabei eine umfassende Broschüre vor, in der die verschiedenen Aktivitäten und Projekte der ersten 25 Jahre zusammengefasst sind. Was eigentlich untypisch ist für die Reichenauer Bund-Aktiven. Denn bisher ließ man eher Taten statt Worte sprechen.

Das begann bereits kurz nach der Gründung, als man die Veröffentlichung der Analysewerte des Trinkwasserbrunnens Genslehorn forderte, weil die Nitratwerte zu hoch waren. Der damalige Bürgermeister stellte auf stur, doch schließlich wurde der Brunnen geschlossen, so der heutige BUND-Kassierer Heinz Meel. Eine spektakuläre Aktion startete das BUND-Mitglied Peter Geiger Mitte der 80er Jahre. In Göldern auf dem Festland wurde weiter Aushubmaterial verklappt, obwohl die vom Landratsamt genehmigten Mengen längst ausgeschöpft waren. Geiger blockierte mit seinem Auto kurzerhand die Zufahrt für die Lastwägen. Damit erreichte die BUND-Ortsgruppe letztlich, dass die Teiche, die sich in Göldern gebildet hatten, erhalten wurden, so Meel. Und dieses Areal dient nun als Ausgleichsmaßnahme für den geplanten Bau der B 33 neu.

Einen langen Atem zeigten die BUND-Aktiven in den 90er Jahren auch beim Radwegbau vom Bahnhof bis zum Mühlenweg. Der Gemeinde war das Vorhaben mit rund 100 000 Mark zu teuer. „Da nahmen wir es selbst in die Hand“, so Meel. Nach längerer Anlaufzeit legte schließlich der BUND unter Federführung von Horst Schließer zusammen mit vielen Helfern den Weg an. Die Gemeinde zahlte nur das Material – rund 12 000 Mark. Anfang des Jahrtausends konnte die BUND-Ortsgruppe zudem die erste größere, privat betriebene Photovoltaikanlage in der Gemeinde mit Unterstützung der evangelischen Kirche auf deren Dach realisieren.

Ein seit gut 20 Jahren andauerndes wichtiges Projekt der Ortsgruppe ist zudem die Riedpflege. An drei Terminen im Herbst werden in mühevoller Handarbeit die ehemaligen Streuwiesen in den Gewannen Schiffgarten, Ried Gießen und Zellele, insgesamt rund 1,7 Hektar, gemäht – „bei Wind, Wetter und Schnee“, so die BUND-Beisitzerin Marianne Janas. Dabei konnte man über freiwillige Helfer schon etliche neue Mitglieder gewinnen. „Es ist positiv, dass dort viele Leute mitmachen, weil sie Spaß daran haben“, berichtet Janas.

Neben regelmäßigen Vorträgen, Betriebsführungen und einigen Podiumsdiskussionen sowie Stellungnahmen zu Bauvorhaben wie etwa der B 33 neu hat die BUND-Ortsgruppe auch mit ihrem seit 2000 veranstalteten Flohmarkt das Leben in der Gemeinde bereichert. Als treibende Kraft ist bei allen Aktivitäten vor allem Irene Strang zu nennen. Sie war 1984 eine der Mitbegründerinnen der Ortsgruppe, ist seither im Vorstand aktiv und seit 1991 die erste Vorsitzende. 

 

 



Sibirische Schwertlilie im Ried Giessen.
Sibirische Schwertlilie im Ried Giessen.
Graureiher im Ried Giessen
Graureiher im Ried Giessen
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