Neues 'Hotel' auf der Insel Reichenau eröffnet

 

Bereits Ende Februar haben Mitglieder der BUND Gruppe Reichenau ein 'Insektenhotel' beim Trafohaus Niederzell aufgestellt - wobei der Begriff 'Hotel' eigentlich irreführend ist, da es sich in erster Linie um eine Nisthilfe vor allem für Wildbienen handelt. 

Menschliche Eingriffe in die Natur haben stark zugenommen. So werden z.B. Felder vermehrt mit Pestiziden behandelt, Grünflächen besiedelt, Gewässer begradigt oder trockengelegt und es herrscht ein allzu großer Ordnungsdrang in Garten, Wald und Natur. Diese Eingriffe durch den Menschen führen unter anderem zum Verlust von Lebensräumen für Insekten. Viele natürliche Lebensräume wie z.B. Lehmhänge oder Totholz sind daher nur noch selten vorhanden. 

Mit ihrem Lebensraum verschwinden auch die dort lebenden Insekten. Der Mangel an Lebensräu-men ist eine hauptsächliche Ursache für das Verschwinden vieler Arten. Dagegen soll das 'Insektenhotel' zumindest einen kleinen Teil des verlorenen Lebensraums ersetzen. Es ist nicht verwunderlich, dass Insekten, die in den künstlichen Nisthilfen ihr Zuhause finden, oft bedrohte Arten sind. Außerdem sind die Arten, die durch ein 'Insektenhotel' gefördert werden, sehr wertvoll, da sie das Ökosystem vielerorts gut ergänzen, indem sie als Fressfeinde von Pflanzenschädlingen und als Bestäuber auftreten. 

'Insektenhotels' sind ein kleiner, bescheidener, lokaler Versuch gegen das Artensterben anzugehen – aber sie sind immer nur "Ersatz"! Sie können an einigen Stellen helfen, die Insektenpopulation und die Vielzahl an Insektenarten lokal zu steigern, wodurch ein Ökosystem aufgewertet werden kann. Noch wichtiger aber ist das Engagement für die bedrohte Restnatur!

Wir danken der Arbeitstherapie des ZfP Reichenau für die Unterstützung  beim Bau des 'Insektenhotels'.

Wollen auch Sie etwas für Wildbienen tun? Säen und pflanzen Sie heimische Blumen und Sträucher, verwenden Sie keine Pestizide, lassen Sie etwas "Unordnung" in ihrem Garten zu und vielleicht bauen Sie sogar eine kleine Nisthilfe.

Mehr Tipps und Informationen erhalten Sie unter https://www.bund.net/tiere-pflanzen/wildbienen/

 

 

 

Steinzeitfunde, Schiffe, Eichenpalisaden - unterwasserarchäologische Untersuchungen rund um die Insel Reichenau

 

Die Reichenau ist eine archäologische Schatzinsel, mit der bis heute viele Rätsel verbunden sind. Während der mittelalterliche Kern und der mittelalterliche Klosterbezirk als gut erforscht gelten kann, liegen in der Flachwasserzone zahlreiche archäologische Quellen verborgen, deren Erkundung noch in den Anfängen steht. In diesem Frühjahr fanden im Rahmen des Monitoring-Programms des Landesamts für Denkmalpflege Tauchuntersuchungen statt, um etwas Licht in dieses Dunkel zu bringen. Von den ersten Ergebnissen und dem Stand der Forschung berichten bei unserem Vortragsabend Dr. Julia Goldhammer vom Landesamt für Denkmalpflege in Hemmenhofen und der Unterwasserarchäologe Dr. Martin Mainberger.

Vortrag am 08.Mai um 20 Uhr im  Ev. Gemeindehaus, Rauhofweg 3, Reichenau

 

 

Solidaritätserklärung „Fridays for Future“ BUND e.V. & BUND- Jugend

 

Wir freuen uns auf jeden Freitag. Denn seit Dezember letzten Jahres treten in Deutschland in beeindruckender Weise mit der Bewegung „Fridays for Future“ Schüler*innen für ihre Zukunft ein und fordern konsequenten Klimaschutz.

Wir begrüßen diesen notwendigen Schritt der jungen Generation als ein Zeichen lebendiger Demokratie. Hier wird sichtbar, dass immer mehr junge Menschen verstanden haben, dass ihre persönliche Zukunft vom Klimawandel betroffen sein wird und dass sie dieses nicht einfach so bereit sind hinzunehmen.

Wir sehen uns durch diese Bewegung gestärkt und ermutigt, weiter für unsere Ziele im Klimaschutz zu streiten. Dies beginnt mit dem konsequenten Einstieg in den Kohleausstieg, so dass in den Braunkoherevieren keine Zwangsumsiedlungen mehr erfolgen und der Hambacher Wald erhalten bleibt. Die nationale Umsetzung der Pariser Klimaziele braucht aber noch deutlich mehr. Wir teilen die Rufe der Schüler*innen nach einer schnelleren Abschaltung aller Kohlekraftwerke ebenso wie deren Engagement für eine Wende in der Verkehrspolitik. Wir werden unsere Kraft dafür verwenden, hier wie in anderen wichtigen Bereichen politisch und gesellschaftlich voranzukommen.

Es ist richtig, dass junge Menschen nun aufstehen und sich für ihre Zukunft ein- setzen. Denn sie sind diejenigen, die die Entscheidungen der Politik und vor allem deren aktuelle Versäumnisse beim Klimaschutz ausbaden müssen. Daher ist es auch eine Frage der Gerechtigkeit, jetzt auf die vielen jungen Stimmen zu hören. Auch ohne starke Lobby haben die Schüler*innen ein Recht darauf, dass ihre Interessen Gehör finden.

Die Schüler*innen die sich freitags aktiv mit einem der drängendsten Probleme dieses Planeten auseinandersetzen, ver- dient dabei Anerkennung und Respekt – nicht nur von uns, sondern von allen Seiten. Hier engagieren sich junge Menschen für das Wohl ihrer ganzen Generation und sammeln wertvolle Erfahrungen in der Schule der demokratischen Auseinandersetzung.

Daher ruft der BUND alle Akteure auf, sich als gute Demokraten diesem Protest auf Augenhöhe zu stellen. Derzeit wird von einzelnen Landesregierungen versucht, den Protest durch Drohungen und Ord- nungsmaßnahmen einzudämmen. Was für ein jämmerliches Signal ist dies an die engagierten Schüler* innen? Sie sollen hier offenbar lernen, dass Demokratie nur als theoretisches Thema in den Fachun- terricht gehört, aber nicht gelebt werden soll.

Der BUND ruft daher alle Kultusministerien auf, dem Recht auf freie Meinungsäßerung eine klare Priorität zu geben und allen Schüler*innen, die an den Kundgbungen und Demos der Fridays for Future – Bewegung teilnehmen, allein aus Grün- den der Demokratiebildung den Rücken zu stärken. Auf jeden Fall ist jegliche Form von Diskreditierung und Einschüchterung sofort einzustellen und in Zukunft zu unterlassen.

In diesem Zusammenhang lobt der BUND ausdrücklich die verantwortungsbewusste Entscheidung vieler Schulen, die ihren Bildungsauftrag verstanden haben und ihrerseits ihren Schüler*innen auf vielfältigen Wegen eine Teilnahme an den Aktivitäten ermöglicht haben, statt disziplinarisch mit Ordnungsgeld und Zwangsmaßnahmen zu drohen oder gar einzelne handelnde Personen von der Schule zu verweisen.

Der BUND dankt allen Schüler*innen, die mutig an den bisherigen Protesten teilgenommen haben und wünscht ihnen das notwendige Durchhaltevermögen. Der BUND wird sich an der Seite der Schüler*innen auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass Klimaschutz in allen Handlungsfeldern umgesetzt wird und es eine Zukunft für die junge und die kommen- den Generationen gibt.



Sibirische Schwertlilie im Ried Giessen.
Sibirische Schwertlilie im Ried Giessen.
Graureiher im Ried Giessen
Graureiher im Ried Giessen
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